Pflegebox Scam

Kurz zusammengefasst:

·         Falsche Anrufe: Betrüger geben sich am Telefon als Mitarbeiter der Krankenkasse aus.

·         Unerwünschte Verträge: Sie wollen den Leuten monatliche Boxen mit Pflegematerial (z. B. Handschuhe) verkaufen.

·         Verbotene Werbung: Firmen dürfen Pflegebedürftige nicht einfach anrufen, um Werbung für diese Boxen zu machen.

·         Daten-Diebstahl: Die Anrufer fragen gezielt nach privaten Infos wie dem Pflegegrad.

·         Unbestellte Ware: Oft werden Boxen geliefert oder Anträge bei der Kasse gestellt, obwohl man gar nichts unterschrieben hat.

·         Nichts unterschreiben: Man sollte keine Dokumente unterschreiben, die man nicht selbst angefordert hat.

·         Pakete ablehnen: Wenn eine unbestellte Box geliefert wird, sollte man die Annahme verweigern oder dem Vertrag sofort widersprechen.

·         Direkter Kontakt: Wer Hilfsmittel braucht, sollte sich immer direkt an seine eigene Krankenkasse oder einen Lieferanten seines Vertrauens wenden.

Immer wieder erreichen uns Nachrichten und Berichte von Kranken-/ Pflegekassen und Kunden, dass Pflegebedürftige unwissend einen Vertrag über die Belieferung von Pflegehilfsmittel, der sogenannten Pflegebox untergejubelt bekommen haben.

In diesen Pflegeboxen sind Pflegehilfsmittel zum Verbrauch enthalten wie z.B. Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Mundschutze usw. enthalten und werden regelmäßig einmal pro Monat geliefert.

Mehr Infos zur Pflegebox hier.

Sofern die gesetzlich Versicherten einen anerkannten Pflegegrad haben und die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind, übernimmt die Pflegekasse nach vorheriger Übermittlung eines Antrags zur Kostenübernahme auch diese Kosten in höhe von 42 EUR pro Monat (Stand 2026). Lehnt die Pflegekasse allerdings den Antrag ab und man bezieht dennoch die Pflegehilfsmittel, können die Versicherten auf den Kosten sitzen bleiben!

Was ist das Problem?

Viele Menschen, die zu Hause gepflegt werden, bekommen zurzeit komische Anrufe. Die Anrufer wollen ihnen ein Abo für sogenannte Pflegehilfsmittel-Boxen verkaufen. In diesen Boxen sind Dinge wie Einmal-Handschuhe, Masken oder Betteinlagen.

Eigentlich bezahlt die Pflegekasse diese Dinge (bis zu 42 Euro im Monat), wenn man einen Pflegegrad hat. Aber die Betrüger versuchen, den Leuten Verträge unterzuschieben, die sie gar nicht wollen.

 

Wie gehen die Betrüger vor?

  • Falsche Namen: Die Leute am Telefon sagen oft, sie arbeiten bei der Krankenkasse oder beim Medizinischen Dienst. Das stimmt aber nicht.

  • Lügen am Telefon: Sie drängen die Menschen dazu, am Telefon „Ja“ zu einem Vertrag zu sagen.

  • Post ohne Bestellung: Manchmal bekommen Menschen auch einfach Post oder Pakete, obwohl sie gar nicht mit jemandem gesprochen haben. Die Firmen schicken einfach fertige Anträge oder sogar die Boxen direkt nach Hause.

  • Keine Erlaubnis: Die Firmen stellen im Namen der Betroffenen Anträge bei der Pflegekasse, ohne dass sie dazu eine Erlaubnis (Vollmacht) haben.

 

Was sagt das Gesetz?

Es gibt klare Regeln: 

  1. Wer einen Pflegegrad hat, darf Hilfsmittel für bis zu 42 Euro im Monat bekommen.

  2. Firmen dürfen dich nicht einfach anrufen, um Werbung für diese Boxen zu machen.

  3. Du musst selbst entscheiden, was in der Box ist. Die Firmen dürfen dir keine „fertigen Pakete“ aufzwingen.

Was können Sie tun?

1. Am Telefon vorsichtig sein. Wenn jemand anruft und Werbung macht: Leg am besten auf. Wenn du doch sprichst, stelle Fragen:

  •  „Wie heißt Ihr Name?“

  •  „Für welche Firma arbeiten Sie?“

  •  „Woher haben Sie meine Telefonnummer?“ Geben Sie am Telefon keine privaten Infos über Ihre Pflege oder Ihre Familie preis.

 2. Nichts unterschreiben. Unterschreiben Sie keine Papiere, die Ihnen nach einem Anruf zugeschickt werden. Prüfen Sie alles ganz genau.

 3. Pakete ablehnen. Wenn die Post ein Paket bringt, das Sie nicht bestellt haben: Annahme verweigern. Sagen Sie dem Postboten, dass Sie das Paket nicht annehmen.

 4. Die Krankenkasse informieren. Wenn Sie merken, dass eine Firma ohne Ihre Erlaubnis Geld von der Pflegekasse will: Rufen Sie sofort Ihre Krankenkasse an. Sagen Sie dort: „Ich habe diesen Vertrag nicht unterschrieben. Bitte stoppen Sie das.“

 5. Hilfe suchen. Wenn Sie wirklich Pflege-Hilfsmittel brauchen, gehen Sie am besten direkt zu einem Sanitätshaus in Ihrer Nähe oder rufen Sie selbst bei Ihrer Krankenkasse an. Dort bekommen Sie echte Hilfe ohne Betrug.

Wenn Sie wissen wollen, woher diese Firmen ihre Daten haben, können Sie auch einen Auskunftsersuch nach Art. 15 der DSGVO stellen. Nutzen Sie hierfür gerne den Musterbrief der Verbraucherzentrale.

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Achtung: Phishing-Welle im Namen der AOK – Fallen Sie nicht auf die „Beitragsrückerstattung“ herein!